Anna Pihl und Dicte

Dänische TV-Serien – Sehenswert!

Angefangen hat es damit, dass Netflix uns immer wieder die dänische Serie Rita anbot. Und als unsere Freunde das guckten und nett fanden, haben wir es auch geschaut. Rita ist eine etwas unkonventionelle Lehrerin und Mutter von drei Kindern, zwei davon bereits erwachsen. Die Serie – ein Mittelding aus Comedy und Drama – folgt ihr durch ihren Beruf, ihr Liebesleben, Probleme mit den Kindern usw. Dabei handelt es sich um eine reine Unterhaltungssendung, ohne großen Tiefgang. Irgendwie konnten wir aber nicht aufhören und haben alle Staffeln angeschaut und dann auch noch Hjørdis (Ritas Kollegin) in einer Serie, die sich eher an Kinder zu richten scheint. Dabei ist es einfach nett, zuzusehen, wie man in Dänemark so miteinander umgeht und welche Themen die Gesellschaft umtreibt.

Nachdem wir mit Rita fertig waren, kam Dicte an die Reihe – eine weitere Serie um eine Frau, diesmal eine Journalistin, die über Kriminalfälle berichtet und diese (gemeinsam mit einem Polizisten) auch löst. Wieder ist es eher Unterhaltung, aber sehr nett umgesetzt, interessant zu schauen und oft spannend.

Anna Pihl und Dicte
Anna Pihl und Dicte

Danach schauten wir Countdown Copenhagen, ein Krimi – ziemlich spannend! Spätestens jetzt ging das Gejuchze los: „Oh, guck mal da, den kennen wir doch aus Rita!“ – „Ja, und die auch, das ist doch Ritas Tochter!“ Dänemark ist nunmal nicht das größte Land und schon gar nicht das bevölkerungsreichste, da ist die Anzahl an Schauspielern begrenzt!

Anschließend folgte The Protectors, eine Serie über eine Einheit der Polizei, die für Personenschutz zuständig ist, z. B. bei Politikern oder sonstigen Prominenten. Sehr spannend und ziemlich gut umgesetzt.

Rita, The Protectors und Countdown Copenhagen
Rita, The Protectors und Countdown Copenhagen

Schließlich waren wir gezwungen, auf etwas ältere Serien auszuweichen und fanden Anna Pihl, eine Polizistin, die erst im Streifendienst tätig ist und sich dann heraufarbeitet. Sie ist alleinerziehende Mutter eines kleinen Sohnes und wieder geht es um ihr berufliches und privates Leben. Wieder eher Unterhaltung, als superspannende Krimis oder Thriller, aber durchaus sehr hübsch gemacht. Als wir danach die neuste Staffel Rita guckten (Staffel 4, eher nicht sooo gut), freuten wir uns, sofort Anna Pihl, ihren Vater und ihren Chef wiederzusehen – alle drei Schauspieler hatten Rita-Rollen. :-) Ach so, und die Schauspielerin, die die Dicte spielt hat bei Anna Pihl auch eine große Rolle. Alles klar?

Nun habe ich Lust a) noch mehr dänische Serien zu gucken und b) nach Dänemark zu fahren. Mir sind die Dänen sehr sympathisch – sie schlagen sich mit ähnlichen Problemen herum (Rassismus und angeblich auch zu wenig Geld, um Schulen auszustatten, aber darüber können wir hier nur lachen – die dänischen Schulen werden zumindest im Fernsehen paradiesisch dargestellt, verglichen mit unseren), sie duzen sich fast alle und wirken irgendwie sehr locker.

Ich habe allerdings Angst, einmal in eine dänische Geburtstagsfeier hineinzugeraten. Dort schmückt man Zimmer und Kuchen mit tausend dänischen Fähnchen und singt stundenlange Geburtstagslieder mit hundert Strophen. Wenn es besonders hart kommt, beinhalten die Lieder auch noch Pantomimen.

Bisher habe ich mit dem realen Dänemark nur gute Erfahrungen gemacht. Ich war mit Anfang 20 in Kopenhagen, fand es wunderschön und die Menschen wirklich sehr nett. Danach waren nur noch Stippvisiten drin, die ich aber auch in ausgezeichneter Erinnerung habe, z. b. unserem Ausflug nach Sonderburg (?) während unseres Glücksburg-Urlaubs.

Also, Leute, schaut mehr dänische TV-Serien. Es gibt sie teilweise bei Netflix, manche liefen/laufen im deutschen Fernsehen, man kann einige bei Amazon kaufen und Anna Pihl haben wir bei Watchbox gesehen. Und falls ihr Die Brücke nicht kennt: Das ist eine schwedisch-dänische Koproduktion und gehört zu den besten Krimi-Serien, die ich kenne.