Sensor-Größen-Vergleich

Eine neue Kamera: Über Crop-Faktor, den Gebrauchtmarkt sowie Geldmangel und Ungeduld ;-)

Ich fotografiere für mein Leben gern, das wissen viele von Euch. Nachdem ich zu analogen Zeiten mit einer Nikon mit Zoom unterwegs war, hat mich irgendwann die Digitalfotografie gepackt und obwohl meine alte Casio nur 640×480 Pixel Bilder machen konnte, habe ich sie heiß und innig geliebt und die Nikon nie mehr benutzt. Später wurde sie gegen eine sehr kompakte Pentax ausgetauscht, die ich aber nach einigen Monaten weiterverkaufte, weil sie einfach im Makro-Bereich nicht das tat, was ich wollte. Danach wurde es eine kompakte kleine Sony-Kamera und irgendwann erstand ich stolz wie Oskar eine der ersten Bridge-Kameras, die Sony HX1. Und mit der fotografiere ich immer noch.

Auch beim Handy-Kauf war die Kamera wichtig und seit nunmehr drei Jahren ist ein Samsung Galaxy Note 2 mein steter Begleiter – da habe ich eine wirklich sehr ordentliche immer-dabei-Kamera.

Sony HX1
Sony HX1 – Mein treuer Gefährte seit 2009

In der Vergangenheit habe ich die Einschränkungen immer akzeptiert, aber mehr und mehr wurmt mich die mangelnde Lichtstärke, vor allem im Tele-Zoom-Bereich meiner Superzoom-Kamera. Richtig freistellen kann ich damit auch nicht und überhaupt würde ich gern mehr herumexperimentieren.

Erst war ich ganz sicher, dass ich jetzt wieder eine Spiegelreflex-Kamera bräuchte. Gerne sollte es wieder Nikon sein oder auch weiter Sony. Canon war mir immer irgendwie unsympathisch. Theoretisch hätte bei den Nikons eine 3200 oder etwas anderes im 3000er Bereich völlig gereicht und wäre zumindest gebraucht recht preisgünstig zu haben. Aaaaber: die haben keine Klappdisplays. Ich fotografiere aber gern Blumen, Insekten und andere Tier, z. B. Katzen. Um da gute Fotos zu machen, muss man eh in die Hocke gehen, wenn etwas sich aber gerade mal 10 bis 30 cm über dem Boden befindet, muss man sich eigentlich auch hinlegen, wenn man noch Kontrolle über das Bild haben will. Das Klappdisplay ermöglicht mir, die Kamera parallel zum Boden zu halten und trotzdem zu sehen, was ich da ablichte. Also musste es eine Nikon aus der 5000er Reihe sein, oder eine Sony A58. Letztere ist keine echte Spiegelreflexkamera, sondern eine Sonderkonstruktion mit lichtdurchlässigem Spiegel. Egal. Sie ist recht kostengünstig zu haben.

Mehrfach las ich den Ratschlag, man solle in einem Fotogeschäft verschiedene Kameras in die Hand nehmen, die Haptik sei ganz wichtig – was dem einen gefällt, findet der andere unmöglich. Ich fand das gänzlich übertrieben, aber da ich derzeit sowieso erst 150 € zur Verfügung hatte, war ja auch noch viel Zeit und so ging ich in den Saturn. Was soll ich sagen: diese Spiegelreflexkameras sind riesig! Und schwer! Mit einem 18 – 105 mm Objektiv kann ich die Nikon D 5300 zwar mühsam halten, aber die Vorstellung, so etwas stundenlang in der Hand zu tragen und immer wieder hochzuheben, ließ mir die Schweißperlen auf die Stirn treten.

Ich stellte mir dann vor, dass ich sie vielleicht an einem längeren Gurt quer vor dem Körper über der Schulter tragen könnte, aber der Zweifel nagte.

Also informierte ich mich über weitere Systeme. Überhaupt hatte ich im ausgezeichneten DSLR-forum schon viele nützliche Informationen gefunden (z. B. den Tipp mit der Haptik), wie den Link zu einem Foto-Kurs mit vielen nützlichen Grundlagen über die Fotografie. Dort hatte ich auch zum ersten Mal vom Crop-Faktor gehört. Der hängt mit der Größe von Sensoren zusammen. Die meisten Angaben in der Fotografie stammen aus der analogen Zeit, Blende, Belichtungszeit usw. Damals gab es nur wenige Arten von Filmen und am gebräuchlichsten waren Kleinbildkameras. An deren Größe orientiert man sich auch heute.

Sensor-Größen-Vergleich
Sensor-Größen-Vergleich (Size matters!)

An dem Bild seht Ihr, dass bei den abgebildeten Formaten die Kleinbildkamera den größten Bildausschnitt hat. Der APS-Sensor, der in vielen Spiegelreflexkameras verbaut ist, ist auch noch sehr groß. Micro Four Thirds, ein einheitliches System, für das mehrere Hersteller Kameras und Objektive produzieren, ist noch kleiner und der Sensor meiner Sony DSC HX1 Bridgekamera (grün) ist ziemlich winzig. Das erklärt auch, warum man an Kameras mit kleinen Sensoren solche irren Superzoom-Objektive verbauen kann, die gar nicht besonders lang sind: Durch den kleinen Sensor hat man sowieso schon nur eine „Ausschnittvergrößerung“, die dann wie ein Teleobjektiv wirkt. Hätte ich jetzt statt der Blume eine Landschaft gewählt, wäre klarer geworden, dass die Bridgekamera lediglich ein Gebäude einer Stadtsilhouette abbilden würde. So funktioniert ein und das selbe Objektiv auch bei verschiedenen Sensor-Größen unterschiedlich (man kann die ja mit Adaptern auf verschiedenen Kameras verwenden). Ein 35 mm Objektiv wirkt auf einer Micro-Four-Thirds-Kamera etwa wie ein 70 mm Objektiv. Der Größenvergleich ist übrigens auf meinem Bild nur so ungefähr und ich kann’s auch nicht so gut erklären, aber wenn es Euch interessiert, könnt Ihr es hier ausführlicher nachlesen:
http://www.prophoto-online.de/fotopraxis/Der-Crop-Factor-Brennweite-und-Sensorgroesse-10006070
http://fotovideotec.de/cropfaktor/

Plötzlich fand ich es sehr interessant, dass die APS-C-Sensoren, die in den Spiegelreflexkameras meines Interesses verbaut sind, auch in den viel kleineren Systemkameras z. B. von Sony vorhanden sind. Wenn man dort also ein gutes Objektiv hat, sollte man ähnlich gute und helle Bilder machen können. Die Recherche und das Betrachten vieler Fotos bestätigen das. Kurz interessierte ich mich für Samsung, aber die haben ihre Kamera-Sparte aufgegeben, da gibt es also keine neuen Objektive, das ist ja blöd.

Vermutlich bleibe ich bei Sony, denn ich bin mit meinen bisherigen Kameras sehr zufrieden. Es gibt ganz billige Nex-Kameras, die man gebraucht schon inklusiv Objektiv mit meinen schon vorhandenen 150 € kaufen kann (und ich bin gerade ungeduldig und will loslegen!) oder ich warte noch ein wenig, bis mehr Geld zusammen ist und ich eine Alpha 5100 oder 6000 bekommen kann. Ich werde meine Bridge-Kamera mit dem schönen Zoom behalten und weiter damit fotografieren – bei gutem Licht macht die auch tolle Fotos. Mit der neuen Kamera will ich mit Festbrennweiten experimentieren. Ich will Objekte freistellen und gucken, was man mit einem 85 mm Objektiv so anstellen kann. Und wie Bilder aussehen, die man mit einem alten analogen Obektiv macht und bei denen man alles ohne Automatik einstellt. Ich freu mich schon drauf!

 

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