Garten plattgemacht

Seit gut fünf Jahren wohnen wir jetzt hier und immer ist der Garten des Mehrfamilienhauses ein Thema gewesen. Früher wurde er von unserem Hausmeisterehepaar gepflegt und genutzt. Es tummelten sich dort Gartenzwerge, Eichhörnchen (künstliche, versteht sich), so manches andere Getier aus Keramik, und eine große Windmühle, die ihre Flügel bewegte, gab es auch. Letztere hat mich immer entsetzlich irritiert, weil ich aus den Augenwinkeln ständig die Bewegung wahrnahm.

So sah der Garten zu Zeiten unseres Hausmeisterehepaares aus - Geschmachssache!
So sah der Garten zu Zeiten unseres Hausmeisterehepaares aus – Geschmachssache!

Auch der ganze Zierrat war manchmal schwer zu ertragen. Ebenso wie der Dauerstreit des Hausmeisterpaares, der sich vor unser aller Ohren ereignete – und das häufig, denn bei halbwegs gutem Wetter lebten die beiden draußen. Andererseits wurde der Magnolienbaum jedes Jahr zurückgestutzt, so dass er bei stets gleicher Größe im Frühjahr herrlich blühte. Auch die Rosen und Sträucher wurden ständig gepflegt, der Rasen gemäht usw.

Vor zwei Jahren zogen die beiden weg. Uns kam zu Ohren, dass der Hauseigentümer neue Gartenpfleger suchte und so meldeten wir uns bei ihm, denn ich bin nicht komplett unfit in Gartendingen, spätestens seit ich zusammen mit meinem damaligen Freund jahrelang eine 60 Quadratmeter große Dachterrasse bewirtschaftet habe. Auch unsere Nachbarn hatten Interesse gezeigt, erfuhren wir dann. Gesucht wurde allerdings nicht nur jemand für das Gärtnern in unserem Garten, diejenigen sollten auch sonstige Hausmeistertätigkeiten übernehmen. Dazu gehörte, ein offenes Ohr für die Nachbarn zu haben, wenn irgendetwas kaputt wäre, Schneedienst im Winter und das alles nicht nur in unserem Haus sondern einem weiteren des Eigentümers. Die Vorstellung, im Winter bei nachtschlafender Zeit gegen Schnee zu kämpfen oder abends um 23 Uhr angerufen zu werden, weil bei einem Nachbarn die Heizung nicht mehr funktioniert erquickte uns wenig und so gaben wir das Projekt auf. Unsere Nachbarn auch.

Also wurde ein Hausmeisterdienst beauftragt. Eine Nachbarin nutzte das kleine Gewächshaus, um Tomaten zu ziehen und pflanzte auch sonst hier und da ein Blümchen. Auch die Fische im Mini-Teich wurden von ihr versorgt. Wenn sie im Urlaub war, übernahm ich diesen Dienst. Diese Nachbarin starb leider im Spätsommer dieses Jahres.

Nun wurde alles plattgemacht - die schönen Büsche sind einfach weg!
Nun wurde alles plattgemacht – die schönen Büsche sind einfach weg!

Die Mitarbeiter des Hausmeisterdienstes sind sehr freundliche Leute, allerdings keine Gärtner – ich bekam fast einen Herzinfarkt, als ich mitansehen musste, wie in diesem Sommer die Rosen mit einer Kettensäge beschnitten wurden!

Der Magnolienbaum hat mittlerweile die doppelte Größe und blüht nun noch mehr. Auch die diversen Sträucher, die um ihn herum wuchsen, wucherten zumindest die meiste Zeit ungehindert.

Nun hat sich der Eigentümer entschlossen, den Garten zu sanieren, was auch notwendig ist. Das Hausmeisterehepaar hat einige Dinge sehr schlunzig gebaut, wie z. B. ein Hochbeet, das mittlerweile fast auseinanderfiel.

Etwas schockiert bin ich jedoch darüber, dass die Sanierung so aussieht, dass bis auf die Magnolie, eine Rose und eine Hortensie einfach alles entfernt und plattgemacht wurde. Wahrscheinlich wird dort nun Rasen gesäht. Man kann doch nicht einfach gesunde Pflanzen umbringen und wegwerfen! :-(

Damit der Artikel etwas schöner endet, noch ein Bildchen von meiner geliebten Kapuzinerkresse auf dem Balkon:

Meine Kapuzinerkresse
Meine Kapuzinerkresse

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